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Von Australien bis Maroggo

Was haben Australien, Maroggo und Veitshöchheim gemeinsam? Den Tag der offenen Schützentür. 55 Teilnehmer kamen vorbei, probierten sich aus, feuerten auf Scheiben und Ziele und stellten sich der einen oder anderen sportlichen Herausforderung. Geschossen und gezielt wurde mit Blasrohr, Bogen, Laser-, Luftgewehr und Luftpistole, beim Biathlon kam noch ordentlich Tempo ins Spiel.

Die weiteste Anreise hatten dabei Teilnehmer aus Australien. Sie waren begeistert über die Möglichkeit mitzumachen – eine vergleichbare Gelegenheit gebe es in ihrer Heimat nicht in unmittelbarer Nähe. Auch drei Mädels aus Maroggo nahmen die „weite Reise“ über den Steg auf sich und machten einen Abstecher ins Schützenhaus. Und manchmal sind es einfach die Umwege, die das Leben spannend machen: Ein Zufallsbesucher „stolperte“ auf dem Weg zur Bushaltestelle über den Aufsteller des Vereins. Kurzerhand wurde der übernächste Bus genommen und stattdessen erst einmal ausprobiert, was sich hinter der offenen Schützentür verbarg. Besonders deutlich wurde an diesem Tag, dass „für Jung und Alt“ beim Schützenverein nicht nur auf dem Papier steht. Die Altersspanne der Teilnehmer war beachtlich. Auch wer die 70 schon hinter sich gelassen hatte, ließ sich von den jüngeren Teilnehmern nicht die Butter vom Brot nehmen und ging mit sichtbarem Ehrgeiz an die verschiedenen Disziplinen. Ob das an der guten Veitshöchheimer Luft lag, blieb allerdings offen.

Die wohl kurioseste Rückmeldung kam von einem Besucher, der erst an diesem Tag erfahren hatte, dass es den Verein überhaupt gibt. Mehr als 50 Jahre Vereinsgeschichte – und trotzdem noch ein Geheimtipp in Veitshöchheim – wer kann das schon von sich behaupten?

Dass bei uns aber nicht nur zum Spaß geschossen wurde, zeigte sich spätestens beim Biathlon. Die Bestzeit lag bei strammen 55 Sekunden. Glückwünsche gehen an dieser Stelle noch einmal an den jungen Mann mit Hut.

Und auch beim Blasrohrschießen entwickelte sich bei manchem Teilnehmer ein bemerkenswerter Ehrgeiz. Ein junger Mann wollte sich mit seinem ersten Ergebnis von 27 Punkten jedenfalls nicht zufriedengeben. Jede Gelegenheit wurde genutzt, um den eigenen Rekord weiter nach oben zu pushen. Erst bei beinahe vollen 30 Punkten war er bereit, sein Ergebnis halbwegs gelten zu lassen.

Am Ende war es genau diese Mischung, die den Tag ausmachte: Menschen, die gezielt gekommen waren, Menschen, die eher zufällig vorbeikamen, Teilnehmer aus der näheren Umgebung und Gäste, die möglicherweise dafür um die halbe Welt gereist waren. Aber pssst – keinem weitersagen: Geheimtipp bleibt Geheimtipp.